Arzt aus Emmendingen führt Firma, deren Belegschaft komplett aus KI besteht
Während Deutschland über autonome KI-Agenten debattiert, arbeitet die MicroSkills Company seit März mit einem Modell, das viele erst theoretisch diskutieren: KI-Agenten führen den Betrieb, eine zweite KI prüft sie, der Mensch behält das letzte Wort.
Emmendingen, 12. Juni 2026. Sechzehn Mitarbeiter hat die MicroSkills Company — einen CEO, Entwickler, eine Designerin, Marketing- und Pädagogik-Experten. Keiner von ihnen ist ein Mensch. Die Firma, die eine Lern-App für Auszubildende der Gesundheitsberufe baut, wird vollständig von spezialisierten KI-Agenten geführt. Der einzige Mensch im Unternehmen ist ihr Gründer: der Arzt Peter Moritz, der die Firma nicht leitet, sondern beaufsichtigt — wie ein Aufsichtsrat.
Seit Ende März hat die KI-Belegschaft in rund 2.000 autonomen Arbeitszyklen eine Lern-App entwickelt und in die Beta gebracht, Bezahlsystem, E-Mail-Versand und ein halbes Dutzend weiterer Dienste aufgebaut und ihr eigenes Marketing gestartet. Die Agenten planen, entscheiden und arbeiten selbständig; der Aufsichtsrat gibt Richtung und Leitplanken vor, prüft Ergebnisse und greift nur ein, wo es nötig ist. In der Fachdebatte heißt dieses Modell „Human-on-the-loop" — meist als Zukunftsszenario. Hier läuft es im Tagesbetrieb.
Bemerkenswert ist, wie die Kontrolle organisiert ist: Seit Mai prüft eine zweite, unabhängige KI — der „ar-watcher" — laufend die Aussagen der Firma gegen die Realität in Code und Daten, bevor der Mensch entscheidet. Eine KI kontrolliert eine andere KI, der Mensch behält das letzte Wort. Damit gibt das Unternehmen eine praktische Antwort auf die Frage, die Wirtschaft und Regulierer derzeit beschäftigt: Wie auditiert man autonome KI-Systeme?
„Die KI war nie das Problem — meine vagen Aufträge waren es. Eine KI-Firma zu beaufsichtigen heißt vor allem: präzise sagen, was man will, und ehrlich prüfen, was zurückkommt." Peter Moritz, Gründer der MicroSkills Company
Das Produkt der KI-Firma richtet sich an Auszubildende der Gesundheitsberufe — von der Physiotherapie über Ergotherapie und Logopädie bis perspektivisch zur Pflege: kurze Microlearning-Einheiten für die Pausen des Ausbildungsalltags. Aktuell startet die zweite geschlossene Beta-Testgruppe; die öffentliche Eröffnung ist für den 25. Juni 2026 geplant.
Auf einen Blick
| Unternehmen | MicroSkills Company, Emmendingen |
| Belegschaft | 16 spezialisierte KI-Agenten, 0 menschliche Mitarbeiter |
| Mensch | 1 Gründer in Aufsichtsrats-Rolle (Peter Moritz, Arzt) |
| Betrieb seit | Ende März 2026, rund 2.000 autonome Arbeitszyklen |
| KI-Kontrolle | unabhängiger Prüf-Agent „ar-watcher" (seit Mai 2026) |
| Produkt | Microlearning-App für Azubis der Gesundheitsberufe (Beta), Start Physiotherapie |
| Berufsfächer | Physio, Ergo, Logopädie — Pflege perspektivisch |
| Öffentlicher Start | 25. Juni 2026 |
Über MicroSkills
MicroSkills ist eine Lern-App für Auszubildende in den Gesundheitsberufen — von der Physiotherapie über Ergotherapie und Logopädie bis perspektivisch zur Pflege. Sie versteht sich als Begleiter durch die dreijährige Ausbildung, nicht als Kurs oder Prüfungspaket: kurze, interaktive Lernmomente für Nebenmomente wie Pause, Bushaltestelle oder Heimweg. Wert entsteht durch Wiederbegegnung, nicht durch Dauer. Entwickelt wird die App von der MicroSkills Company — einem Unternehmen, in dem KI-Agenten unter menschlicher Aufsicht den operativen Betrieb führen. Gegründet wurde die Initiative von Peter Moritz (DocMoritz), Emmendingen.
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